Kleine Hilfe: Stufen des Widerstands – Hürden der Argumentation

Kennen Sie die Situation, dass Sie jemanden auf einen offensichtlichen Missstand ansprechen und möchten, dass die Person auch darauf eingeht? Dies kann der Mitarbeiter sein, der sein Verhalten ändern oder das eigene Kind, das sein Zimmer aufräumen soll. Manchmal erleben Sie überraschende Gegenargumente, die Ihnen den Wind aus den Segeln nehmen. Erst wenn Sie diese Hürden genommen haben, können Sie Ihr Ziel erreichen.

Damit Sie mit diesen Situationen gelassener und sicherer umgehen können, hilft Ihnen die Kenntnis der vier Stufen des Widerstands und den Hürden, die zu überwinden sind.

 

Stufe 1 – die erste Hürde: Leugnen oder Abstreiten

Sie sprechen die Person auf einen Missstand an, doch sie streitet es ab. Das Abstreiten kann sowohl absichtlich als auch unwissentlich passieren.

Beispiel 1

Führungskraft: Sie sind heute zu spät gekommen.

Mitarbeiter: Das stimmt nicht.

Beispiel 2

Eltern: Dein Zimmer ist nicht aufgeräumt.

Kind: Doch.

Um über die erste Hürde zu kommen, müssen Sie die Fakten darlegen. Ziel ist es den Missstand konkret aufzuzeigen.

Beispiel 1

Führungskraft: Ich habe auf die Uhr geschaut, als Sie gekommen sind.

Beispiel 2

Eltern: Auf dem Boden sind leere Pizzakartons und Coladosen.

 

Stufe 2 – die zweite Hürde: Herunterspielen

Nach der ersten Stufe sollte Ihr Gegenüber die Fakten erkannt und bestätigt haben. Oft werden die Fakten nun heruntergespielt und als unwichtig empfunden und dargestellt.

Beispiel 1

Mitarbeiter: Wegen den paar Minuten, das stört nicht und hat keine Auswirkung auf die Stückzahl.

Beispiel 2

Kind: Wegen den zwei Pizzakartons regst du dich auf. Das stört doch wirklich niemanden.

Um über die Stufe 2 zu kommen, müssen Sie die Wichtigkeit und/oder die Auswirkung des Missstands vermitteln, damit sie ernst genommen wird.

Beispiel 1

Führungskraft: Sie waren 5 Minuten zu spät. Die Person aus der Schicht vor Ihnen musste länger arbeiten. Das wirkt sich negativ auf die Motivation aus. Pünktlichkeit ist mir und dem Team wichtig.

Beispiel 2

Eltern: Es sind fünf Pizzakartons und an zwei ist schon Schimmel. Das ist gesundheitsschädlich und es riecht im ganzen Haus nach alten Pizzaresten.

 

Stufe 3 – die dritte Hürde: Als Normal oder unabänderlich darstellen

Nach der zweiten Stufe sollte Ihr Gegenüber erkannt und bestätigt haben, dass es ein Missstand ist und auch dass dieser signifikant ist. Um aus der Verantwortung zu kommen, wird das Fehlverhalten oft als normal oder unabänderlich dargestellt.

Beispiel 1

Mitarbeiter: Ja ich weiß, dass es auf die Stimmung drückt, wenn ich unpünktlich bin. Ich komme mit dem öffentlichen Nahverkehr, da passiert das eben manchmal.

Beispiel 2

Kind: Bei Euch ist auch nicht überall aufgeräumt Und bei meinen  Freunden sieht es genauso aus. Bei Kindern in meinem Alter ist das eben so.

Um über die Stufe 3 zu kommen, müssen Sie klarmachen, dass es sehr wohl möglich ist, das gesetzte Ziel zu erreichen.

Beispiel 1

Führungskraft: Es gibt viele Kollegen, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen und die pünktlich sind.

Beispiel 2

Eltern: Wir waren ja bei den Eltern deiner Bekannten und die Zimmer. Die wir dort gesehen haben, waren in einem guten Zustand.

 

Stufe 4 – die vierte Hürde: Sich selbst als Ausnahme darstellen

Nach der dritten Stufe hat ihr Gegenüber erkannt und bestätigt, dass es eine signifikante Abweichung ist und, dass es möglich ist, das gesetzte Ziel zu erreichen. Als letzter Widerstand werden besondere persönliche Gründe aufgeführt, warum man sich nicht so verhält wie es  gewünscht oder vereinbart ist. 

Beispiel 1

Mitarbeiter: Ja bei anderen mag das gehen, doch ich komme aus Hintertupfingen und da sind die Verbindungen schlecht.

Beispiel 2

Kind:Die anderen haben einfach mehr Zeit und weniger Stress als ich. Bei den vielen Schulaufgaben, kann ich nicht auch noch auf Sauberkeit achten.

Um über die Stufe 4 zu kommen, müssen Sie Ihrem Gegenüber vermitteln, dass sie/er sehr wohl in der Lage ist, ihr/sein Verhalten anzupassen oder zu ändern.

Beispiel 1

Führungskraft: Sie schaffen es an drei Tagen in der Woche pünktlich zu sein, also geht es auch. Ich erwarte, dass Sie jeden Tag pünktlich sind.

Beispiel 2

Eltern: Du hast dein Zimmer vor einem Monat aufgeräumt und zwei Wochen lang sauber gehalten. Du kannst es sehr wohl leisten und ich erwarte, dass du dies auch in Zukunft tust.

 

Wenn Sie alle vier Stufen überwunden haben wird ihr Gegenüber davon überzeugt sein, dass er/sie sein/ihr Verhalten ändern kann und soll. Sie haben somit die Grundlage zur Motivation für eine nachhaltige Änderung geschaffen.

 

Reflektieren Sie die Erfolge dieser kleinen Hilfe in Ihrem Alltag, egal ob beruflich oder privat! Sie wollen erfahren wie wir Ihnen persönlich individualisiert mit Theorie und Praxisübungen weiterhelfen können? Wir freuen uns von Ihnen zu hören!

 

 

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